2001 Endurotraining bei Baboons

2001 Endurotraining bei Baboons

An zwei Tagen gerade mal 100 Kilometer zu fahren ist eigentlich nicht mein Wochenend-Durchschnitt, doch wenn es wie beim Endurotraining in Warching ins Gelände geht und unter Anleitung gefahren wird, dann sind 100 Km bereits eine lange und teilweise harte Strecke. Es hat mir soviel Spaß gemacht, daß ich im September gleich wieder dabei war. Beim zweiten Mal war mein langjähriger Freund Michael Trocha (http://www.2-rad-service.de) ebenfals mit dabei. Wir hatten sehr viel Spaß.

Baboons Endurotraining 7./ 8. Juli 2001

Am Montag 02.07.2001 hatte ich mich dazu entschieden endlich mal an einem Enduro-Training teil zu nehmen. Also ab ins Netz und bei BABOONS reingeschaut. Juhu!!! am 7/8 Juli war noch Platz.
Nachdem ich endlich aus der IMRESSUM-Seite die zugehörige Telefonnummer herausgefunden hatte, rief ich erstmal an um abzuklären, ob das auch wirklich noch geht.
Nach einem kurzen, aber sehr informativen Gespräch mit Herrn Stanka, war bereits alles roger. Neue Enduroreifen bestellte ich noch am gleichen Tag, am Donnerstag konnte ich sie dann aufziehen und meine restlichen Vorbereitungen treffen.

Bis Freitag war das Wetter so unerträglich heiß (immer um 30°C), so daß man sich den Regen, der für dieses Wochenende angekündigt war eigentlich wünschte. ABER doch bitte nicht wenn ich zum Endurotraining will. Das Training war gebucht, grobstollige Reifen waren aufgezogen, soll das Wetter doch werden wie es will!!!

Am Freitag Nachmittag kümmerte ich mich endlich um die Vorbereitung meiner AfrikaTwin...... Abbauen aller überflüssigen Dinge - Kofferhalter, Spiegel, Federung härter stellen,...... und spät am Abend endlich auf den Anhänger laden. Hierzu will ich mich nochmal herzlich bei Micha bedanken, die mir den Anhänger für dieses Wochenende ausgeliehen haben und natürlich auch bei meiner Familie, die mir das einzige Auto mit Anhängerkupplung zur Verfügung gestellt hat.

Am frühen Samstag Morgen (5:00 Uhr) ging es dann los Richtung Marching. Nach drei Stunden Autobahn und Landstraßen gekurve war es geschafft. Es waren bereits ein paar weitere Teilnehmer eingetroffen und wir sahen uns erstmal die Strecke an. COOL - ein gigantisches Gelände und staubtrocken. Also runter mit der Maschine und erstal anziehen.

Pünktlich um 9:00 Uhr ertönte dann der Sammelruf (durch die LKW-Fanfare des Chefkochs) zur Begrüßung. Kurz, spaßig und informativ (ohne lange Vorreden) kamen wir dann auch schon zur Sache. Anziehen, Einteilung in drei Gruppen und dann ab ins Gelände.
Zuerst fand ich mich bei der ersten Gruppe wieder. Sie war für wahr Anfänger, große Dickschiffe und Leute ohne Geländeerfahrung gedacht. Da fühlte ich mich aber nicht richtig, denn ich hatte ja schon einige Kilometer im Gelände hinter mir - kurz und gut ab in die zweite Gruppe.
Stephan hatte bereits mit seiner Ansprache begonnen und freute sich auch zwei Dickschiffe (mich und meine AfrikaTwin und Wolfgang mit seiner Cagiva 900) in seiner Gruppe begrüßen zu dürfen. WarmUp war angesagt - laufen in voller Montur mit Stiefeln usw. Nach einer knappen halben Stunde des WarmUps ging es dann endlich los. Die Maschinen wurden angelassen und los ging es mir Bremsübungen. Stephan checkte erstmal unser Können ohne Anleitung. Die Aufgabe war es zwischen zwei Pylonen eine Bremsung zu machen. Es war auch egal wie. Also machten wir Vollbremsungen, langsame Bremsungen, im Sitzen, im Stehen, ....

Dann fingen wir damit an den Bremsvorgang zu zerlegen... erst Vollbremsung nur mit dem Hinterrad, Vollbremsung nur mit dem Vorderrad, beide kombiniert und dann das eigentlich Ziel - Kontrolliertes Bremsen als Einleitung zur Kurvenfahrt.

Bei fast unangenehmen 27°C kamen wir schon recht schnell ins Schwitzen. Da kam die erste Pause genau richtig. Wasser nachfüllen einen kleinen Happen einwerfen kurz ausruhen und dann ging es auch schon wieder weiter.

Zum Aufwärmen wieder Bremsen und Kurvenfahren, dann ging es auch schon an die Umsetzung des Gelernten in die Praxis. Auf einem Rundkurs übten wir auf Schotter das richtige Anbremsen und Kurvenfahrt im Gelände.
Jetzt kam das Adrenalin so langsam in Wallung, denn die richtige Geschwindigkeit finden, passend abbremsen und dann ab in die Kurve, das war anfangs nicht leicht.
Vor lauter dem Vorderen zusehen, hatte ich es auch einmal einfach vergessen zu bremsen und schoß gerade aus anstatt in die Kurve zu gehen. Zum Glück war hier die Straße ja lang genug.

Zuerst übten wir diese Fahrt bergauf - das war für alle noch kein so großes Problem, aber dann folgte das gleiche Spiel bergab! Hier mußten Wolfgang und ich natürlich mit unseren schweren Maschienen Tribut zahlen. Denn die schoben gewaltig und die Kurve unten war doch recht eng. Wir meisterten diese Übung auch mit Bravour und alle staunten nicht schlecht als wir uns nicht abschütteln ließen.

Auch Stephan war begeistert, denn die Gruppe war insgesamt sehr harmonisch und wir sorgten schon alleine für Abstände und Sicherheit. Nachdem wir nun den ganzen Tag im Staub verbracht hatten kündigte sich durch starken Wind und Wolken die angekündigte Schlechtwetterfront an.

Ab ca. 16:00 Uhr öffnete Petrus dann auch die Schleusen und wir brachen das Training für heute ab. Nachdem wir unsere Maschinen sicher verstaut und alle Teilnehmer in die vorhandenen PKW's verteilt hatten fuhern wir zu unseren Unterkünften.

Endlich eine Dusche! Das war echt eine Wohltat nach dieser Hitze und dem Schweiß in den Klamotten. Ab 19:30 Uhr tragen wir uns dann zum gemeinsamen Abendessen. Die anschließende Diashow von der Roof of Afrika, bei der die Jungs von BABOONS teilgenommen hatten, versetzte uns in Staunen und machte Lust auf mehr.

Leider wurde die Stimmung etwas durch das Wetter draußen gedrückt. Es regnete in Strömen und einige, die nur ihre Straßenbereifung im Gelände hatten, bangten um den folgenden Sonntag. Nach einer erholsamen Nacht und einem fröhlichen Frühstück kam für manche dann das vorhersehbare "Aus". Es regnete immer noch und die trockene Strecke von gestern hatte sich über Nacht in eine schlammige, dreckige und natürlich für Straßenbereifung unbefahrbare Piste verwandelt.
Meine Investition in Grobstoller hatte sich gelohnt. Die AfrikaTwin marschierte einfach los. Natürlich vorsichtiger als am Vortag begaben wir uns ins Gelände. Bremsübungen und Kurvenfahren hatte sich deutlich verändert, aber Spaß machte es die Schlammschlacht zu bestreiten.
Simulierte Starts mit gigantischen Dreckfontänen forderten von uns volle Konzentration und Vertrauen in das Mopped. Kleinere Ausrutscher und ein Steintreffer an der Lippe zügelten unseren Fahrspaß dann doch wieder etwas.

Die nächste Station im Gelände war ein Steilhang mit Übungen wie Anfahren am Berg, wenden in der Steilwand (wenn's halt nichtmehr weiter geht) und natürlich das kontrollierte Berabfahren im Dreck.

Jetzt hatten wir mit unseren Dickschiffen natürlich schwer zu kämpfen. Unten am Ende des Berges hatte sich der Schlamm angesammelt und da mußten wir durch. Nach ein paar Metern hatte sich das Vorderrad zugesetzt und es ging nichtmehr weiter, wieder frei konnten wir gerade ein paar Umdrehungen vorwärts kommen und schon wieder blockierte das Vorderrad. Der Schlamm und das Geröll setzten sich einfach schneller unter dem Schutzblech ab, als man es wieder freifahren konnte. Die Lösung war einfach - weg mit den Schutzblech! Doch so ein Schutzblech hat auch seine Funktion - jetzt wußten wir warum wir es haben. Der Dreck spritze von vorne direkt ins Gesicht und nur noch im Stehen fahren war möglich. Die Bilder zeigen, wie es aussieht wenn man ohne Schutzblech fährt.

Einmal wollte ich dem Dreck entkommen und dachte, wenn ich über diesen Hügel fahre und dann auf der anderen Piste um den Dreck herumkomme ist das doch besser.

Ausprobiert habe ich es, mit dem Resultat, daß ich mit der Twin zwischen zwei Furchen feststeckte und nichtmehr heraus kam. Nur mir Hilfe Stephan und gemeinsamer Kraft schafften wir es die Twin wieder frei zu bekommen.

Endlich Mittag! Heute war die Anstrengung jedem ins Gesicht geschrieben, aber mit einem Lachen und Strahlen, denn es machte einfach saumäßig Spaß.
Nach dem Mittag trafen wir uns zum Gruppenfoto und siehe da, genau zum Bilderschießen kam die Sonne wieder heraus. Jetzt dampfte der Boden und die Klamotten wurden wieder trocken, die Piste blieb aber noch genau so schlammig wie vorher.
Wir ließen es so langsam ausklingen, denn jetzt wollte sich auch keiner mehr verletzen, also beschlossen wir noch einige Kilometer abseits das Gelände zu erkunden.

Gegen 16:00 Uhr kam dann allgemeine Aufbruchstimmung auf und jeder spülte so gut es ging den Dreck vom Motorrad und fing an seine Sachen zu packen.

Nachdem wir uns alle verabschiedet hatten brach ich gegen 15:30 Uhr zu meiner Heimfahrt auf. Das Training hat so viel Spaß gemacht und ich werde es nicht das letzte sein lassen.

   
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