Afrikatwin: OFFROAD!

Afrikatwin: OFFROAD!

Kurz nach dem Kauf meiner Twin hatte ich in Spanien mehrere 1000 Km auf Staubpisten und im leichteren Gelände unter die Stollen genommen. Die Afrikatwin ist natürlich nicht für extremes Gelände geeignet und man braucht ab und zu auch eine Menge Kraft und Ausdauer um die 230 Kilogramm auf der Piste zu halten. Dafür macht es um so mehr Spaß, wenn es dann alles geklappt hat und man ohne große KAMPFSPUREN wieder eine gute Straße befahren kann.

Nachdem ich auf dieser ersten Reise immer wieder druch Bachläufe, Wiesen, Matschwege, Sand, gröbere Schotter- bis Felspisten und div. Trails gefahren bin, hatte mich das Offroad Virus infiziert.
Um tiefer in das Thema: "Offroad fahren mit einer Reiseenduro" einzusteigen besuchte ich dann 2001 und 2002 mit meiner eigenen Maschine "Baboons Offroad Training". Diese Trainings haben viel Spaß gemacht und haben mir unheimlich viel über das Handling einer so schweren Maschine im Gelände vermittelt.

Da meine Maschine im Namen auch AFRIKA hat, musste sie natürlich auch mindestens einmal den afrikanischen Kontinent besuchen. Mit Overcross (Joe Küster) ging es dann zum Jahreswechsel 2003 / 2004 auf nach Algerien in die Sahara.

Hier fühlen sich meine Afrika Twin und ich so richtig wohl. Abseits der Hauptstraßen macht das Fahren auch wesentlich mehr Spaß. Dieses Bild entstand Anfang April in den Pyrenäen, während ich auf meinen Mitfahrer Thomas warten mußte, da er mit seiner Güllepumpe (Honda CX 500) hier doch etwas zu kämpfen hatte.

Dieser Weg führt um den Pic de Moredo, man findet ihn etwas oberhalb von Llavosi. In Esterri d'Aneu folgt man der N147 immer an einem kleinen Bach entlang. Die "Straße" endet kurz nach Àlos de Gil in einem Feldweg aus Gestein und Schlamm - ist aber landschaftlich ein richtiger Augenschmaus. Neben der Strecke kann man oftmals noch Wildpferde und anderes Getier entdecken und im Sommer lädt der Stausee zur Badepause ein. Man kann anschließend den restlichen Weg über die wunderbaren Sepentinen bis nach Salardù abfahren. Im Frühjahr muß man dagegen aber auch noch mit meterhohem Schnee rechnen...

Dies war eine der zahlreichen Paßstraßen auf dem Weg quer durch die Pyrenäen. Vollgepackt mit Lebensmitteln, Camping-ausrüstung, Reserve- und Wasserkanister, Klamotten für den tiefsten Winter bis hin zum Sommerklima, brachte die Afrika Twin über 300 kg Gewicht auf die Waage.

Enge Kurven wechselten mit langen geraden Stücken entlang der Bergkette ab und hinter jeder Kurve verbarg sich immer wieder ein neues Lanschaftsbild und manchmal auch eine kleine Kuh-, Schaf- oder Ziegenherde.


Wären wir hier nur ein paar Tage später vorbeigekommen, dann hätten wir uns durch zwei Meter Neuschnee schaufeln dürfen. Das hätte bestimmt nicht so viel Spaß gemacht...

Auf einem Hügel mit einer fantastischen Fernsicht machten Thomas und ich eine ganze Zeit lang Pause. Nachdem Thomas bei dem Versuch mit seiner Maschine den Anstieg hoch zu kommen drei mal im Matsch gelandet war, gab er sein Vorhaben lieber auf. Nach einer deftigen Mahlzeit und einem großen Schluck warmen Tee brachen wir dann wieder auf in Richtung Pamplona.
Kaum hatten wir die Gebirgskette zur Atlantikküste hin verlassen begann es zu regnen und zu hageln. Mehrere Tage waren wir gezwungen uns im Zelt zu verkriechen, denn die Umstände für die Weiterfahrt waren besch....eiden. Es war rapide abgekühlt und bei einer Außentemperatur von -3°C bis +3°C gemischt mit Schnee und Regen.

Eigentlich wollte ich noch in die Picos de Europa fahren, doch nach diesen Tagen zog es uns doch magisch in den Süden. So fuhren wir weitere zwei Tage später beim ersten Sonnenstrahl, der durch ein blaues Loch in den Wolken drang, los in Richtung Madrid...

Vom kalten Norden Anfang April ins bereits angenehm warme Südspanien. Thomas hatte in Madrid leider kein Glück, denn ihm wurde die gesamte Reisekasse gestohlen und so machte er sich frühzeitig wieder auf in Richtung Heimat.

Zusammen mit Urs, einem gebürtigen Schweizer, den ich in Almeria kennen gelernt hatte, verbrachte ich einige Tage in Malaga bei Sonnenschein und fast 27°C. Wir hatten uns bei seinem langjährigen Freund von Urs einquartiert und starteten von dort aus kleinere Touren in die Sierra Nevada.

Ich wußte bisher nicht, wie schön das Hinterland der Sierra im Frühjahr sein konnte, denn bisher hatte ich den Süden Spaniens immer nur im Hochsommer erlebt - gezeichnet von Hitze und Dürre.

Nicht an der Küste entlang, sondern an der Nordflanke der Sierra Nevada machten wir uns dann wieder auf dem Heimweg nach Almeria.